Sonntag, 23. Juli 2017

Nebelgeister 1

 
Vor einiger Zeit habe ich von Knitart verschiedenfarbige, hell kardierte Batts aus unterschiedlichsten, überwiegend robusteren Fasersorten erstanden. Der Urlaub und die mögliche Umstellung auf das Spinnen mit der anderen Hand schien geeignet für diese Rollen.
 
 
Die Umgewöhnung war jedoch nicht nötig und so war das erste 58 g schwere Batt schnell versponnen. Farbenpracht schaut natürlich anders aus, dennoch ist das Verspinnen eines solchen "Aschenputtels" sehr kurzweilig. Im Einzelfaden kommen beim genauen Hinschauen schöne rauchige Nuancen zutage, die man auf Bildern nicht wiedergeben kann. Verzwirnt wird daraus eine Art Tweedgarn, dessen zurückhaltende Farbe erst verstrickt und neben anderen Farben so recht erkennbar wird.

 
119 m sind wahrlich kein Längenrekord für diese Grammzahl, was wiederum den robusten Fasern geschuldet ist. Auf kleiner Umdrehung von 6 gesponnen und verzwirnt, ergibt sich dann aber ein durchaus hautverträgliches Garn. Der 10er Wirtel hätte für die Verzwirnung gerne niedriger ausfallen dürfen, um noch mehr Drall aus den Zwirnfäden zu nehmen. Das probiere ich dann mal bei der nächsten Farbe.

Dienstag, 18. Juli 2017

Corriedale Teil 1 beendet

 
Vor geraumer Zeit hatte ich ja auf einem meiner Räder begonnen, 300 g Corriedalevlies zu verspinnen. Farbigere Fasern hatten dieses Projekt zwischendurch etwas in Vergessenheit geraten lassen, wie das manchmal so ist...
 
 
Jetzt ist es fertg! Also der erste von noch vier weiteren Farbschlägen.

 
Bedingt durch meine marodierende Schulterpartie hatte ich gedacht, wenn ich wieder auf die andere Hand umlernen muss, würde mich ein Anfängergarn aus dieser Faser nicht weiter stören. ;o) Musste es auch gar nicht, die Schmerzen waren weg! *freu

 
Hier einmal die rosa Pracht aus dem Hintergrund. Was der Norden an Rosenschönheiten zu bieten hat, ist einfach unglaublich. Dort bläst der Wind die ganzen Pilzsporen einfach fort und die Pflanzen können sich weitestgehend ohne Blattkrankheiten gesund entwickeln.

 
Und schon sind diese Aussichten wieder Geschichte. Schön war es wieder einmal auf Föhr. Bis zum nächsten Jahr!


Sonntag, 9. Juli 2017

Schwarzes Gold - Anthrazit


Wer in oder vor den 70er Jahren geboren wurde und vielleicht noch im Ruhrgebiet aufgewachsen ist, kennt sicher das Lied von Peter Alexander, der darin auf wunderbare Weise den Kohlebergbau besingt. Für diese Batts galt es, einen solchen Kohleton, also Anthrazit, zu färben. Hört sich einfach an, ist es aber nicht.


Flugs benanntes Farbpulver in Farblösung verwandelt und 200 BFL gefärbt. Nach dem Trocknen die Überraschung: feinstes Seehundgrau. Jetzt weiß man als Färber ja eigentlich, dass tiefschwarz zu färben nicht so einfach ist, weil man annähernd die doppelte Menge Farbpulver benötigt. Bei normaler Menge erhält man - eben kein tiefes Schwarz. Warum denkt man eigentlich nicht gleich daran?

Et voila, hier ein warmes, sehr dunkles Grau. Je nach Hersteller variieren die Schwarztöne von warm bis kalt. Da ich verschiedene, handgefärbte Rosttöne auf Maulbeerseide damit kombinieren wollte, war dieser Ton gerade richtig. Wobei ich sagen muss, dass nach dem Kardieren der warme Unterton kaum mehr auffällt. Im Inneren befinden sich noch schwarzer Bambus und graues Alpaka für zusätzliche Akzente. Interessant ist jedoch, wieso die Seide augenscheinlich Schlaufen gebildet hat. Sollte es tatsächlich so sein, dann wäre das für den Spinnvorgang sogar von Vorteil, weil sie ich dann besser ausziehen ließe. Jetzt hoffe ich nur, dass die Batts der Empfängerin gefallen. ;o)



Sonntag, 25. Juni 2017

Ein Schaf im Blumenkasten

 
Im weitesten Sinne natürlich. ;o) Hier nun einmal eine etwas andere Wollverarbeitung.
 
 
Was ein namhafter Blumenerdehersteller für teures Geld verkauft, ist für den Freund des Rohwollvlieses ein leichtes, viel günstiger selber zu machen.
 

Als direkt nach Ostern der Discounter um die Ecke zum Wochenende die 10er Trays Sommerblumen auf 80 Cent heruntersetzte, habe ich nicht lange gezögert. Normaler Weise denke ich zu dieser Jahreszeit noch nicht einmal an Sommerblumen und kriege einen Hals, weil auch diese Saison nach Meinung der Händler immer früher zu beginnen hat. Es ging um retten oder wegwerfen, also bin ich über meinen eigenen Schatten gesprungen. Auf jeden Fall wurden die Pflänzchen bis zur endgültigen Verpflanzung dutzende Male raus- und zu Schutz vor Frost auch wieder reingeholt. Sie wurden durch diese Aktionen und der langanhaltenden Nachtfröste natürlich nicht besser und waren in einem erbarmungswürdigen Zustand, als ich sie vor lauter Verzweiflung irgendwann in die Kästen pflanzte. Zur Kräftigung der Mickerlinge habe ich in Ermangelung eines anderen Düngers, ungewaschenes, kleingeschnittenes Rohwollvlies mit unter die Erde gemischt und von meinen anhaltenden Waschaktionen mit dem Schmutzwasser der Vliese immer schön gegossen. Das Ergebnis, im Ablauf von vier Wochen geknipst, spricht doch für sich, oder? :o)
 
 
Die Geranien hatten nur noch 3 Blätter pro Pflanze und sollten eigentlich den Weg des ewigen Komposts gehen. Schaf sei Dank!
 
 

Sonntag, 18. Juni 2017

Nur gefärbt

 
Ein wenig zumindest.
 

 Ansonsten sortiert, gezupft, gewaschen, sortiert, gezupft, gewaschen...

Sonntag, 21. Mai 2017

In Etappen

 
geht es nur voran.
 
Immerhin passen auf die Spule des "Zwirnzwergs" locker 200 g, wie man sieht. Die gleiche Menge habe ich jetzt noch einmal vor mir. Durch die kurzen Farbwechsel ist das Spinnen abwechslungsreich. 100 g sind schon komplett als Garn fertig, aber dazu später mehr...

Sonntag, 14. Mai 2017

Drecklocken


Man könnte auch sagen: Waschtag 2.0. Besagter Waschtag hätte allerdings schon Mitte vergangenen Jahres stattfinden sollen, als mich das Paket mit den bestellten 2 Kilo Locken erreichte. Ich konnte meinen Augen kaum trauen, als ich die Tüten öffnete. Die angepriesenen, grauen Locken waren wie rechts zu erkennen, alle braun-schwarz verkotet und steif vor Dreck. Die weißen Locken waren zum größten Teil ebenfalls dunkelbraun und dreckverkrustet, wie man noch auf den obersten auf dem Häufchen und im Hintergrund links erkennen kann. Diese sehen jedoch noch harmlos aus. Vor lauter Wut über Menschen, die aus Ausschuss Geld machen, habe ich alles wieder zusammengepackt und auf des hinterste Kellerregal für bessere Gemütslagen verbannt. 


Was dazu geführt hat, dass ich die "Locken" wieder hervor gekramt habe, weiß ich nicht. Wahrscheinlich war ich zum bestimmten Zeitpunkt in irgendeiner Weise unterfordert. ;o) Beim zweimaligen Weichen in Brunnenwasser und anschließenden Spülungen, habe ich das schwärzeste Wasser aller Zeiten gesehen und an alles im Garten  gekippt, was die Wurzeln nicht schnell genug aus der Erde bekam. Nach der Endwäsche ist das Ergebnis, wie im 1. Bild links zu erkennen, ganz passabel, wenn nicht sehr gut. Dazu beigetragen hat ein Flüssigwollwaschmittel eines Drogeriemarktes mit 2 Buchstaben und hat mich vollkommen überzeugt! Über Nacht darin geweicht, vollbringt es nahezu Wunder. Natürlich musste ich die schlimmsten, verdreckten Spitzen etwas mit den Fingern nacharbeiten. Das Gute liegt also nah und muss nicht erst aus fernen Ländern für teures Geld eingeflogen werden. Waschmittel, meine ich.

Wenn mich zu diesem Zeitpunkt aber jemand nach Lockenwäsche fragt, sage ich erst einmal: Nein, danke! ;o)