Sonntag, 8. Oktober 2017

Seeungeheuer

 
Ein ganzes Pfund sogar.
 

Als vor etwa 2 Jahren dieser Merinokammzug ins Haus kam, musste ich schlucken. Mehrfach. So hatte ich mir die 8 Farben, zwei verstecken sich im Inneren, nicht vorgestellt. Einzeln betrachtet, wirkten auf dem Bildschirm alle ein klein wenig ... schöner.
 

50 g hatte ich damals angesponnen und dabei festgestellt, dass die merkwürdige Farbzusammenstellung verzogen und vermischt gar nicht mehr so übel aussah. Aber andere Vorhaben waren seinerzeit interessanter.
 

Nun begab es sich aber, dass ich ein Zwischenprojekt brauchte, bei dem das Ergebnis nicht so wichtig war und mir fiel das "grüne Monster" wieder in die Hände. Tja, und wie das so oft im Leben mit ungeliebten Dingen ist, man gewöhnt sich daran und ist am Ende auch schon mal traurig, wenn es vorbei ist. Aber drei weitere Monster liegen ja noch auf Lager...

Sonntag, 24. September 2017

Kleiner Großeinkauf


Lange habe ich bewusst keine Fasern mehr gekauft, aber bei dem bunten Haufen konnte ich nicht widerstehen. Die Damen von nunoco bieten auf etsy hin und wieder Überraschungsschnupperpakete, Hubble Bubble, zu 200 g an und man erhält 20 verschiedene Kammzugmischungen Ihres Programms à 10 g. Farblich passend zu 50 g Batts zusammenkardiert, wird das sicher eine spannende Mischung. Bei insgesamt 600 g kann ich mich richtig austoben. ;o)

Sonntag, 3. September 2017

Nebelgeist 7 und 8 - Das Finale

 
Endlich geschafft!

 
Zwei Batts, die sich äußerlich nicht voneinander unterschieden und deswegen sollte damals ein Faserfoto reichen.
 
 
Versponnen stellte sich schnell heraus, dass in einem der beiden mehr rote Fasern, besonders lange Sariseidenfäden, enthalten waren. Der dunklere Strang wiegt 76 g und hat eine Lauflänge von 151 m.

 
Der hellere wiegt 52 g und hat eine Lauflänge von 101 m.

 
Dieses nette Gruppenbild könnte man auch als Himmel und Hölle bezeichnen. Himmel, weil ein paar der Batts und somit die Fasermischung ganz nett war, und Hölle, weil zu viel Wollfett alles verklebt hat und das, was blau und violett daherkommt, an Kratzigkeit nicht zu überbieten ist. Wenn es sich wenigstens noch um eine natürliche Faser handelte, würde ich nichts sagen. Aber die einzige Natürlichkeit muss vor ein paar Millionen Jahren gewesen sein, bevor sich der Rohstoff zu Schweröl verdichtet hat und zu schlechter Kunstfaser verarbeitet wurde. Aber genug gejammert, jetzt schaue ich, dass ich die 609 g in eine Jacke verarbeitet bekomme.

Sonntag, 27. August 2017

Nebelgeister 6


Ich lasse einfach mal nur die Bilder sprechen. Zum Zählen und Wiegen hatte ich noch keine Lust. Und alles weitere würde im Moment zu arg.

 
Eine Spinnkollegin sagte letztens dazu: "Ich weiß gar nicht, wie Du bei sowas weiterspinnen kannst. Ich hätte schon lange keinen Bock mehr und alles entsorgt." Im Prinzip hatte sie Recht. ;o)

 
Und hier noch zwei schöne Lichtblicke.
 
 
Die "Lady of Shalott" von David Austen in nasser Pracht und
 
 
die Dauerblühende "Roxanne", die einem den Spätsommer verschönern.
 
 

Sonntag, 20. August 2017

Nebelgeister 5


Der grüne Geist ist ein wenig freundlicher und kommt nicht wie der vorherige als Igel daher.

Wenngleich auch hier die feinen Fasern sich wieder nicht mit Wollfett vertragen haben. Und ich frage mich, ob eventuell die Karde davon stark verunreinigt war. Zuvor habe ich immer nur von Warnungen gehört, dass man sich die Nadeln damit ordentlich verschmutzt. Jetzt kann ich mir gut vorstellen auf welche Weise. 

74 g sind hier zu 139 m Garn geworden. Jetzt heißt es Endspurt, denn es sind nur noch 2 weitere Farben übrig. Uff!

Sonntag, 13. August 2017

Nebelgeister 4


Wenn die ersten 3 Geister nicht weich sind, so sind diese Strängelchen nicht nur sehr robust, sondern kratzig.
 

Zwei annähernd identische Batts von 90 und 48 g habe ich nach einiger Überlegung doch getrennt voneinander versponnen. Eins davon war so sehr mit Wollfett durchzogen, dass der Auszug eine Blase am Zeigefinger verursachte. Eine miteinkardierte, feine Faser, wahrscheinlich sehr feines Merino, war so sehr verklebt, dass sie sich nur mit viel Kraft überhaupt ausziehen ließ.
 

Enthalten war ebenfalls eine undefinierbare, blaue Faser, die sich beim Spinnen brüchig verhielt und im fertigen Garn eine abschreckende Wirkung erzielt. Da half auch nicht die niedrige Übersetzung von 6 beim Verzwirnen. Der Boden war hinterher voller blauer Faserreste und nach genauerer Untersuchung muss es sich um eine Art Spülschwammrückseite handeln. Zumindest ist das Zeug ähnlich stark und stachelig. Unfassbar, wie man so etwas überhaupt zum Einkardieren verwenden kann.
 

Die Farbe ist ganz nett, 176,5 und 83,5 m sind es geworden, trotzdem, Begeisterung sieht anders aus.


Genauso ärgerlich ist in diesem Jahr die Zerstörung der Apfelernte durch Wespen und Hornissen. Selbst in den Apfelbaum gehängte Brötchentüten, die an Wespennester erinnern sollen und somit die Besetzung des Baumes durch ein fremdes Volk dokumentieren, schreckt in keiner Weise mehr ab. Bis zum Zeitpunkt der Ernte werden wohl alle Äpfel angefressen sein und am Boden liegen. 

Sonntag, 6. August 2017

Nebelgeister 3


In Geist Nr. 3 versteckte sich im Inneren ein dunkler Beereton.


Eine wahrhaft geisterhafte Erscheinung von außen. ;o)


Versponnen und verzwirnt haben die 76 g eine Lauflänge von 150 m. Ein etwas robusteres Bürschchen, der kleine Beerengeist.


Sonntag, 30. Juli 2017

Nebelgeister 2


Der zweite Geist ist rötlich,


gedämpft mit einem Hauch Dunkelgrün, dass sich in geringer Menge aber stark unterordnet. Gesponnen sowie gezwirnt mit dem 6er Wirtel. So gut wie kein Unterschied zum ersten Geist, was das Zwirnbild anbelangt. Nun gut...


Dass Knitart-Batt wog 53 g und hat als Faden eine Lauflänge von 116 m. Passt! ;o) 


Die Ballhortensien sind in diesem Jahr eine Pracht. Schade, dass sie keinen Nektar für geflügelte Wesen haben und somit für sie uninteressant sind.

Sonntag, 23. Juli 2017

Nebelgeister 1

 
Vor einiger Zeit habe ich von Knitart verschiedenfarbige, hell kardierte Batts aus unterschiedlichsten, überwiegend robusteren Fasersorten erstanden. Der Urlaub und die mögliche Umstellung auf das Spinnen mit der anderen Hand schien geeignet für diese Rollen.
 
 
Die Umgewöhnung war jedoch nicht nötig und so war das erste 58 g schwere Batt schnell versponnen. Farbenpracht schaut natürlich anders aus, dennoch ist das Verspinnen eines solchen "Aschenputtels" sehr kurzweilig. Im Einzelfaden kommen beim genauen Hinschauen schöne rauchige Nuancen zutage, die man auf Bildern nicht wiedergeben kann. Verzwirnt wird daraus eine Art Tweedgarn, dessen zurückhaltende Farbe erst verstrickt und neben anderen Farben so recht erkennbar wird.

 
119 m sind wahrlich kein Längenrekord für diese Grammzahl, was wiederum den robusten Fasern geschuldet ist. Auf kleiner Umdrehung von 6 gesponnen und verzwirnt, ergibt sich dann aber ein durchaus hautverträgliches Garn. Der 10er Wirtel hätte für die Verzwirnung gerne niedriger ausfallen dürfen, um noch mehr Drall aus den Zwirnfäden zu nehmen. Das probiere ich dann mal bei der nächsten Farbe.

Dienstag, 18. Juli 2017

Corriedale Teil 1 beendet

 
Vor geraumer Zeit hatte ich ja auf einem meiner Räder begonnen, 300 g Corriedalevlies zu verspinnen. Farbigere Fasern hatten dieses Projekt zwischendurch etwas in Vergessenheit geraten lassen, wie das manchmal so ist...
 
 
Jetzt ist es fertg! Also der erste von noch vier weiteren Farbschlägen.

 
Bedingt durch meine marodierende Schulterpartie hatte ich gedacht, wenn ich wieder auf die andere Hand umlernen muss, würde mich ein Anfängergarn aus dieser Faser nicht weiter stören. ;o) Musste es auch gar nicht, die Schmerzen waren weg! *freu

 
Hier einmal die rosa Pracht aus dem Hintergrund. Was der Norden an Rosenschönheiten zu bieten hat, ist einfach unglaublich. Dort bläst der Wind die ganzen Pilzsporen einfach fort und die Pflanzen können sich weitestgehend ohne Blattkrankheiten gesund entwickeln.

 
Und schon sind diese Aussichten wieder Geschichte. Schön war es wieder einmal auf Föhr. Bis zum nächsten Jahr!


Sonntag, 9. Juli 2017

Schwarzes Gold - Anthrazit


Wer in oder vor den 70er Jahren geboren wurde und vielleicht noch im Ruhrgebiet aufgewachsen ist, kennt sicher das Lied von Peter Alexander, der darin auf wunderbare Weise den Kohlebergbau besingt. Für diese Batts galt es, einen solchen Kohleton, also Anthrazit, zu färben. Hört sich einfach an, ist es aber nicht.


Flugs benanntes Farbpulver in Farblösung verwandelt und 200 BFL gefärbt. Nach dem Trocknen die Überraschung: feinstes Seehundgrau. Jetzt weiß man als Färber ja eigentlich, dass tiefschwarz zu färben nicht so einfach ist, weil man annähernd die doppelte Menge Farbpulver benötigt. Bei normaler Menge erhält man - eben kein tiefes Schwarz. Warum denkt man eigentlich nicht gleich daran?

Et voila, hier ein warmes, sehr dunkles Grau. Je nach Hersteller variieren die Schwarztöne von warm bis kalt. Da ich verschiedene, handgefärbte Rosttöne auf Maulbeerseide damit kombinieren wollte, war dieser Ton gerade richtig. Wobei ich sagen muss, dass nach dem Kardieren der warme Unterton kaum mehr auffällt. Im Inneren befinden sich noch schwarzer Bambus und graues Alpaka für zusätzliche Akzente. Interessant ist jedoch, wieso die Seide augenscheinlich Schlaufen gebildet hat. Sollte es tatsächlich so sein, dann wäre das für den Spinnvorgang sogar von Vorteil, weil sie ich dann besser ausziehen ließe. Jetzt hoffe ich nur, dass die Batts der Empfängerin gefallen. ;o)



Sonntag, 25. Juni 2017

Ein Schaf im Blumenkasten

 
Im weitesten Sinne natürlich. ;o) Hier nun einmal eine etwas andere Wollverarbeitung.
 
 
Was ein namhafter Blumenerdehersteller für teures Geld verkauft, ist für den Freund des Rohwollvlieses ein leichtes, viel günstiger selber zu machen.
 

Als direkt nach Ostern der Discounter um die Ecke zum Wochenende die 10er Trays Sommerblumen auf 80 Cent heruntersetzte, habe ich nicht lange gezögert. Normaler Weise denke ich zu dieser Jahreszeit noch nicht einmal an Sommerblumen und kriege einen Hals, weil auch diese Saison nach Meinung der Händler immer früher zu beginnen hat. Es ging um retten oder wegwerfen, also bin ich über meinen eigenen Schatten gesprungen. Auf jeden Fall wurden die Pflänzchen bis zur endgültigen Verpflanzung dutzende Male raus- und zu Schutz vor Frost auch wieder reingeholt. Sie wurden durch diese Aktionen und der langanhaltenden Nachtfröste natürlich nicht besser und waren in einem erbarmungswürdigen Zustand, als ich sie vor lauter Verzweiflung irgendwann in die Kästen pflanzte. Zur Kräftigung der Mickerlinge habe ich in Ermangelung eines anderen Düngers, ungewaschenes, kleingeschnittenes Rohwollvlies mit unter die Erde gemischt und von meinen anhaltenden Waschaktionen mit dem Schmutzwasser der Vliese immer schön gegossen. Das Ergebnis, im Ablauf von vier Wochen geknipst, spricht doch für sich, oder? :o)
 
 
Die Geranien hatten nur noch 3 Blätter pro Pflanze und sollten eigentlich den Weg des ewigen Komposts gehen. Schaf sei Dank!
 
 

Sonntag, 18. Juni 2017

Nur gefärbt

 
Ein wenig zumindest.
 

 Ansonsten sortiert, gezupft, gewaschen, sortiert, gezupft, gewaschen...